Das offene RegioNet des Planungsverband 36 (Lienz und Umgebung) stellt eine Public Private Partnership mit folgender Aufgabenteilung dar: Der Planungsverband 36 errichtet und betreibt das 67km lange Backbonesystem in allen 15 Gemeinden: Ainet, Amlach, Assling, Dölsach, Gaimberg, Iselsberg-Stronach, Lavant, Leisach, Lienz, Nikolsdorf, Nussdorf-Debant, Oberlienz, Schlaiten, Thurn, Tristach. Die einzelnen Gemeinden errichten und betreiben die jeweiligen Gemeindenetze. Es besteht ein offener Netzzugang. In einem Bekanntmachungsverfahren wurde Providern angeboten, Geschäftsmodelle für die Endkundendienste darzustellen sowie den Gemeinden eine Refinanzierungsquote für die Netzerrichtung darzulegen.

Die Projektzugangweise nennt sich Passive Sharing. Mit diesem Modell teilen sich der öffentliche und private Sektor – jeweils ihren individuellen Stärken entsprechend – in Sektoren und Projektbereiche. Der öffentliche Sektor (Gemeindeverband und Gemeinden) halten die passive Infrastruktur in Eigentum und Pflege. Damit verbleibt bei den öffentlichen Körperschaften eine den demokratischen Grundsätzen entsprechende Eigentümer- und Steuerungsfunktion. Der Planungsverband und die Gemeinden sichern allen Bürgerinnen und Bürgern einen Zugang zum ultraschnellen digitalen Netz zu und errichten mitteleffizient mit laufenden Tiefbaumaßnahmen ein umfassendes, nicht nur marktlichen Entscheidungen unterliegendes passives Netz. Für die Endkundendienste besteht für verschiedene Provider wiederum ein offener Netzzugang, um nach marktlichen Gesichtspunkten den Kunden im Wettbewerb günstige digitale Dienstleistungen anbieten zu können.

Nach dem Passive Sharing Modell des Planungsverbandes 36, „Zukunftsraum Lienzer Talboden“ besteht eine optimale Kooperation aus öffentlichem Versorgungsauftrag und marktkonformer Endkundenleistung.

Herausforderungen und Chancen:

  • Kooperation von 15 Gemeinden zu einem gemeinsamen RegioNet
  • passive Infrastruktur und deren Finanzierung
  • Steuerung der Interessensfelder des öffentlichen Sektors (passive Anlagenteile) & der privaten Anbieter (aktive Anlagenteile und Kundendienste)
  • geringe Abnehmerdichte im ländlich strukturierten Umfeld
  • Verhinderung der Abwanderung gut ausgebildeter Personen durch optimale digitale Erreichbarkeit
  • Verbesserung des Beschäftigungszuganges für Frauen im ländlich peripheren Raum
  • Verbesserung der sozioökonomischen und raumgeographischen Situation als strukturschwacher Grenzraum