Die Stadtgemeinde Lienz hat zur Neuausrichtung der Entwicklung des Lienzer Hausberges einen innovativen Governance-Zugang gewählt, der in Form eines zweistufigen-Beteiligungsprozesses der vom Entwicklungsprozess betroffenen Bürgerinnen und Bürger ausgearbeitet wurde. In mehr als 17 Arbeitsgruppensitzungen wurden mit den BürgerInnen alle zukunftsrelevanten Themen wie Auswirkungen des Klimawandels auf den Alpintourismus, veränderte touristische und gesellschaftliche Trends, die soziodemografische Entwicklung im Raum, die geänderten ökonomischen bzw. standortökonomischen Gegebenheiten, die Stärken und Schwächen im Kontext der Veränderungsfelder, die Potenziale in Hinblick auf die Nutzung als naturnaher Erholungs- und Freizeitraum, zentrale Veränderungen im Standortumfeld sowie die Möglichkeiten für einen zukunftsträchtigen Entwicklungsprozess erarbeitet.

Dem Gemeinderat wurde aus der umfassenden BürgerInnenbeteiligung – fachlich unterstützt durch die Firma Revital als integrativer Naturplaner sowie dem Kreativbüro Aber&Jung – ein umfangreiches Konzept mit vier Strategieoptionen für die Entwicklung des Hochsteins vorgelegt. Aus den Optionsbildern – 1. Vollausbau, 2. Sicherung des Bestandes, 3. Rückbau, 4. umfassender Wandlungsprozess – hat der Gemeinderat sich einstimmig für den umfassenden Wandlungsprozess der BürgerInnenräte ausgesprochen. Als Projektdesign wurde ein zweistufiger partizipativer Prozess gewählt. In Prozessphase 1 wurden die Entwicklungsdimensionen mit einer 25-köpfigen Gruppe der vom Entwicklungsprozess direkt Betroffenen In Form einer „Betroffenen-Partizipation“ erarbeitet. Fachlicher Input wurde vom Landschaftsplanungsbüro, eine Kreativbüro sowie einem Raumordnungsbüro eingebracht. Gemeinsame Exkursionen zu Good Practice Beispielen – 16 Skigebiete, die von Wandlungsprozessen betroffen waren- ergänzten die gemeinsame Meinungsbildung. Fachliteratur und Gastvorträge waren Teil des Methodendesigns im Prozessverlauf. In einer weiteren Prozessphase wurde die Beteiligung auf weitere interessierte BürgerInnen ausgedehnt. In der Zusammenfassung des zweistufigen partizipativen Entwicklungsprozesses, der Sekundärliteratur und der Fachexpertisen der beteiligten Büros entstand eine umfassende Entscheidungsgrundlage für die finale Beratung im obersten Gremium der Gemeinde. Die GemeinderätInnen folgten dem BürgerInnengutachten mit einstimmigem Beschluss.