Ausgangssituation war einerseits die Notwendigkeit der Herstellung der Barrierefreiheit im Bahnhofsbereich und andererseits die Problematik der verkehrsgeographischen Randlage bzw. Peripherität der Region. Dazu kommt, dass die verschiedenen Dienststellen für die Verkehre des ÖPNV und des MIV in der Vergangenheit jeweils einzelne Fachpositionen vertreten haben und damit bis dato ein unzufriedenstellendes Angebot in räumlicher und technischer Hinsicht für den öffentlichen Fern- und Nahverkehr für die Stadt und Region gegeben war. Die Unattraktivität des bisherigen Angebotes der öffentlichen Verkehre am Bahnhof Lienz zeigt sich auch im Umstand, dass trotz sehr hoher Berufs- und Schulpendlerzentralität von rund 13.000 Personen nur ein geringer Anteil das bisherige Angebot der öffentlichen Verkehre angenommen hat.

Aus diesem Umstand heraus hat sich die Stadt entschieden, die betroffenen Organisationen, Dienststellen und AkteurInnen zu einem partizipativ geführten Entwicklungsprozess „Moderne Mobilität für die Stadt und Region“ einzuladen und diesen Prozess über Jahre hinweg konsequent zu verfolgen. Das herausragende Ergebnis nach einem über fünf Jahre geführten intra- und transorganisatorischen Entwicklungsprozess, der 17 moderierte Projektteamsitzungen umfasste, ist der finale einstimme Beschluss zur umfassenden Realisierung des Projektes in allen Gremien von Stadt, Land Tirol und ÖBB. Ein weiteres wichtiges Ergebnis ist die Unterzeichnung der Umsetzungsvereinbarung durch alle Partner mit Datum vom 21. Dezember 2017. Im Vorfeld dazu diente die Herbeiführung eines Konsenses mit allen beteiligten Organisationen und Gebietskörperschaften über die Errichtung des 1. integrierten Mobilitätszentrums auf der geographischen Ebene einer Bezirksstadt und ihrer Region.

Die direkten und indirekten Wirkungen aus der Umsetzung dieses Großprojektes moderner Mobilität stiften Nutzen für die lokale Gesellschaft (Stadt, Bezirk, Region), die PendlerInnen, den Tourismus durch Spezialisierung im Radsektor (150.000 Radfahrgäste in den Sommermonaten), den Umweltschutz durch die Reduktion von Emissionen, bewirkt durch die neue rad- und fußläufige Erschließung der Innenstadt von Lienz für die Nachbargemeinden und die südlichen Stadtteile. Der lokalen Wirtschaft nutzt der neue innenstadtnahe Standort und schlussendlich dient das Projekt als Good-Practice-Beispiel der weiteren Verbreitung und Nachfolgewirkung für andere Stadtregionen und Zentralorte im ländlichen Raum. Erwartet werden auch Auswirkungen auf die Reduktion der Abwanderung sowie eine Verbesserung der demographischen Entwicklung. Ein weiterer positiver Effekt wird durch die Ansiedlung eines Nahversorgers im Bahnhofsgebäude bewirkt.