Der alte Musikpavillon aus dem Jahre 1970 war in die Jahre gekommen und entsprach nicht mehr den Bedürfnissen der Musikkapelle und den örtlichen Vereinen. Somit war der Gedanke geboren, für die Musikkapelle, die Sängerrunde und andere Vereine passende Räumlichkeiten und einen Dorfplatz zu schaffen. In vielen Besprechungen kristallisierte sich heraus, dass  Ischgl diesbezüglich einen sehr großen Nachholbedarf hat.

Es wurde aus Gemeindevertretern und Vereinsmitgliedern ein Bauausschuss „GEMEINDEKULTURZENTRUM“ gebildet. Hier stellte man fest, dass auch der alte, leer stehende Widum (Baujahr: 1767) reaktiviert werden könnte. Somit stünden zusätzliche Räumlichkeiten für unsere Vereine zur Verfügung. Der Grundbesitzer des alten Pavillonareals, die Agrargemeinschaft Ischgl, stellte den benötigten Grund kostenlos zur Verfügung. Eine Vereinbarung über ein Baurecht mit der Pfarre zur Benutzung des denkmalgeschützten Widums wurde ausverhandelt. Man kam zum Entschluss, einen Architektenwettbewerb mit Hilfe der Dorferneuerung zu machen. Aus diesem ging das Projekt der „parc architekten“ (Dipl. W-Ing. DI Barbara Poberschnigg und DI Michael Fuchs) als Sieger hervor. Bei einer Vorstellung aller Wettbewerbsprojekte für die gesamte Bevölkerung gab es ein positives Feedback für das Siegerprojekt.

Die Idee war primär, sich an den Bedürfnissen der einheimischen Bevölkerung zu orientieren und einen Ort der Begegnung und des Verweilens zu schaffen. Die Vorgabe waren ein Dorfplatz, Musikprobelokal, Lagerflächen für verschiedene Vereine, ein Kameradschaftsraum, WC-Anlagen, einen Pavillon mit passender Licht- und Soundtechnik. Ein unterirdischer Zugang zum denkmalgeschützten Widum mit Räumlichkeiten wie dem Pfarr- und Chorprobesaal, der Bibliothek, dem Raum für sakrale Kunst, dem Musikzimmer für die Musikschule und Räumen für den Pfarr- und Gemeindechronisten, sowie eine barrierefreie Erschließung des alten Gebäudes wurden umgesetzt.

Mit diesem Projekt wurden alle Ziele und Vorstellungen der Gemeinde vom Architektenteam umgesetzt. Alle die in diesem Gebäude verweilen, fühlen sich wohl. Auch auf die Bedürfnisse der unmittelbaren Nachbarn wurde Rücksicht genommen. Ischgl hat viel Raum für das Gemeinschaftsleben gewonnen, ohne Platz im Zentrum zu verlieren. Heute ist der Platz, wie erhofft, von Leben und Aktivitäten erfüllt. Zahlreiche Veranstaltungen, die bereits stattgefunden haben, bestätigen die Entscheidung der Gemeinde zum Bau des „Kulturzentrums St. Nikolaus“. Durch die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten konnte ein Gebäude geschaffen werden, das den Ischglern viel Freude bereitet.

Das Kulturzentrum St. Nikolaus wurde in der Amtszeit des Ischgler Bürgermeisters Werner Kurz geschaffen und 2014 eröffnet.

Auszeichnungen:

  • Auszeichnung des Landes Tirol für Neues Bauen – Anerkennung
  • Staatspreis Architektur
  • ZV-Bauherrenpreis – Preisträger