Im Jahr 2010 ist das rund 4 ha große Kasernenareal Schlanders vom Staat Italien an das Land Südtirol übergegangen. Da Bau- und Entwicklungsgrund in der Vinschger Talsohle äußerst kostbar und rar sind, habe ich mich als frisch gewählter Bürgermeister der Marktgemeinde Schlanders auf den Weg zum damaligen Landeshauptmann Luis Durnwalder gemacht, um die Bedingungen für eine Übernahme durch die Gemeinde zu verhandeln. Mir wurde die Aufgabe erteilt, ein Konzept zur Nutzung dieses Areals zu erstellen, um dann weiterverhandeln zu können.

Dies war für mich der Anstoß, gleich zu Beginn meiner Amtszeit einen ganzheitlichen Kommunal- Entwicklungsprozess zu initiieren. Mit der Unterstützung des Regionalentwicklers Gerhard Rainalter und seiner Innovate Holding GmbH aus Bregenz haben wir im Jahr 2012 sechs offene Zukunftsforen zu gesellschaftlichen Querschnittsthemen organisiert, bei denen rund 200 Bürgerinnen und Bürger aktiv mitgearbeitet haben. Die Aufgabenstellung lautete, Visionen für Schlanders zu entwickeln und zu überlegen, was wir uns nach Schlanders wünschen würden, wenn wir einfach nur träumen dürften.

Die Ergebnisse dieser Zukunftsforen wurden in das Zukunftsbuch Schlanders 2020 aufgenommen, geordnet und strukturiert. Dieses Zukunftsbuch wurde dem Gemeinderat und bei Bürgerversammlungen vorgestellt. Im Frühjar 2013 wurden die qualitativen Ergebnisse dann durch eine Bürgerbefragung quantitativ hinterfragt und im Wesentlichen bestätigt.

Dies war dann der Anstoß, in die Umsetzungsphase des Zukunftsbuches Schlanders 2020 zu gehen. Es wurden über ein Dutzend Arbeitsgruppen in allen relevanten politischen Bereichen gegründet und jede Arbeitsgruppe hatte die Aufgabe, die Visionen aus ihrem Bereich in konkrete Umsetzungsmaßnahmen umzumünzen. Der gesamte Entwicklungsprozess hatte zwei große Entwicklungsachsen: Einerseits eine Belegungsstrategie für das Kasernenareal zu entwickeln, mit der dort all jene Inhalte angesiedelt würden, die Schlanders und den gesamten Vinschgau bereichern und stärken würden. Und andererseits eine Fülle von Initiativen, Maßnahmen und Projekten auszuarbeiten, welche unseren historischen Ortskern stärken sollten. Man war von Beginn an darum bemüht, nicht einen erfolgreichen Gewerbepark am Dorfrand zu planen und am Ende einen historischen Ortskern zu haben, der „toter als der Friedhof“ wäre.